Der sichere Job in unsicheren Zeiten – wie ist das möglich?

Im Beratungsgespräch begegnet mir immer wieder der Wunsch der Klienten nach einem sicheren Job. Die meisten meiner Klienten kommen zu mir, weil sie gezwungenermaßen einen neuen Job suchen. Denn der alte Job ist weg. Einige kommen auch, weil sie sich aus einem Job heraus neu orientieren möchten. Bei ihnen ist die Freude weg. Der nächste Job soll´s sein.

Aspekte der Sicherheit

So auch mein Klient Paul, der seinen Job verlor. Mit ihm sprach ich über das Thema „sicherer Job“ als wichtigen Faktor seiner Neuorientierung. Sicherheit hat viele Aspekte: Zuerst nennt Paul die finanzielle Sicherheit, die er braucht. Zum Wohnen kommen viele andere Kosten wie der Unterhalt seines Autos oder auch mal das Essen beim Italiener. Paul hat es sich in seinem Leben komfortabel eingerichtet und all das kostet Geld, regelmäßig.

Paul und ich bohren ein wenig tiefer und entdecken eine weitere Facette der Sicherheit: die Fremdwahrnehmung. Auf die Frage „Und, was machst du so?“ mit „Ich suche einen Job“ zu antworten, ist nichts für zarte Gemüter. Einen attraktiven Jobtitel in den Raum zu werfen und übergangslos die Relevanz des eigenen Tuns zu unterstreichen, ist deutlich entspannter. Und führt auch nicht zum betretenen Schweigen, sondern zu einem netten Gespräch. Den Jobsuchenden stempelt man als gescheitert ab. Wenn er gut in seinem Job gewesen wäre, dann wäre er wohl nicht auf der Suche, oder? Jemand, der abliefert und gut ist, wird befördert, nicht gefeuert.

 

Wer Verantwortung für Haus und Familie hat, soll dieser nachkommen und nicht nach Glück im Job suchen. Das ist viel zu riskant, oder?

 

Einen weiteren Aspekt stellt die eigene Wahrnehmung dar. Oft wird es als große Kränkung empfunden, wenn man eine Kündigung oder Absage im Briefkasten liegen hat. Nicht gewollt zu werden, ist ein wirklich blödes Gefühl. Egal ob es sich ungerecht anfühlt, aus heiterem Himmel kommt oder gar eine Konsequenz des eigenen Handelns ist. Wenn eine Kündigung ausgesprochen wird oder die 3. Absage auf eine Bewerbung im Briefkasten liegt, drückt jemand anderes den Schalter. Du sitzt ohne Strom da und kannst nichts mehr tun.

Die Aspekte der Sicherheit beinhalten, dass man nicht mehr selbst die Zügel in der Hand hat und sich mit vielen Fragen beschäftigt.

  • Was habe ich falsch gemacht, was ist falsch an mir?
  • Wieso ich?
  • Wie stelle ich meine Finanzen wieder auf?
  • Was sage ich, wenn mich jemand fragt, was ich tue?
  • Wer bin ich eigentlich gerade, ohne Job?
  • Und wie kann ich das ändern und ganz schnell wieder aus diesem Loch kommen?

Konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst

In einer solchen Situation täglich in der Presse zu lesen, dass erst durch die Globalisierung und dann durch die Digitalisierung demnächst weniger Menschen und schon gar keine teuren Europäer mehr gebraucht werden, ist nicht hilfreich. Dazu kommt nach dem ersten Überfliegen von Jobangeboten die Erkenntnis, dass kaum unbefristete Stellen mehr existieren.

Stirnrunzelnd stellt Paul fest, dass es ja offenbar keine Sicherheit mehr gibt. In was für einer menschenunfreundlichen Welt leben wir! An dieser Stelle kann ich ihn beruhigen. Auch wenn er sich gewünscht hätte, dass ich ihm einen festen, unbefristeten Job mit Renteneintrittsgarantie präsentieren kann. In einer Arbeitswelt, die immer flüchtiger wird, deren Anforderungen sich ständig ändern, in der sich Firmenstrukturen rasant anpassen, gibt es eine wunderbare Möglichkeit, Sicherheit für sich selbst zu schaffen:

  • Finde heraus, was du wirklich gut kannst, was du im Zweifel besser kannst, als andere.
  • Finde heraus, was dir wirklich Freude macht und dir so gut von der Hand geht, dass es keine Last ist.
  • Was sind deine Stärken, mit denen du glänzt, und wie kannst du sie glaubhaft darlegen?

In diesem Blogpost von Patrick Baur erfährst du mehr über Stärken und Talente.

Finde deine persönliche Mission…

Wenn du diese Fragen für dich fundiert beantwortest hast, wirst du schnell herausfinden, in welchen Jobs du die erste Wahl bist und keiner von Vielen auf dem B-Stapel. Du kannst verstärkt an diesen Fähigkeiten arbeiten. Paul hat für sich festgestellt, dass er zwar kein Visionär, aber in der systematischen Planung von Ressourcen unschlagbar ist. Daraus kann er nun viele Schlüsse ziehen und im Zusammenspiel mit einigen anderen Faktoren gezielt nach den Jobs suchen, in denen diese Fähigkeiten das Killer-Kriterium sind.

Wenn seine Frau dann beispielsweise in drei Jahren einen Superjob am anderen Ende der Republik annimmt, kann er leichten Herzens ebenfalls dort auf die Suche gehen. Auch wenn seine Stelle obsolet wird oder der neue Chef einfach unerträglich ist, entgeht er der Hilflosigkeit und Unsicherheit. Denn jetzt hat er die Zügel fest in der Hand. Er weiß was er kann und wird selbst aktiv gestalten und entscheiden, wo die Reise hingeht.

Mehr über die persönliche Mission findet ihr auf unserem Blog und im Podcast.

…und leg im richtigen Hafen an

Und das, stellt Paul fest, deckt genau die Aspekte der Sicherheit ab, die er sich so wünscht: Er hat eine berufliche Identität, jenseits eines Arbeitgebers. Er kann sie selbst gestalten und sie gibt ihm Selbstbewusstsein. Er hat das Wissen, dass er durch diese Identität in der Lage ist, dauerhaft finanzielle Grundlagen zu schaffen, die ihm seinen Lebensstandard ermöglichen. Genau das ist die Sicherheit, die wir heute in einer flexiblen, sich stetig wandelnden Welt herstellen müssen und können. Sie liegt an uns selbst, nicht an einem von uns nicht zu beeinflussenden Dritten.“Werde Teil unserer Community und folge uns auf unseren Social Media Kanälen!“

                     

Wir haben auch mit Dr. Nico Rose über das Thema gesprochen. Er empfiehlt unter anderem diesen kostenlose Test zum Finden der eigenen Stärken.

 Hannah Grethlein

… hat mit MondayMakers ihren Traumberuf  gefunden. Durch ihre Erfahrungen als  Karriereberaterin und Innovatorin gibt sie Dir  immer wieder neue Impulse, um Dein Glück bei  der Arbeit zu finden.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.